Rund um den Henninger Turm, Frankfurt, 01.05.2008

Hallo Freunde,

heute war es endlich soweit, das Rennen um den Henninger Turm in Frankfurt. Gestern nachmittag ganz in Ruhe nach Frankfurt gefahren, was zum Glück ohne Staus stattfand. Gerade an so einem Tag vor einem Feiertag kann sowas mal schnell passieren. Also, nach ca. 2,5 Std. Fahrt kamen My Linh und ich zum Hotel, was gleichzeitig auch die Stätte der Startnummernausgabe war. Also, Startnummer geholt und erstmal ein bisschen entspannt. Um 19 Uhr losgefahren zu Freunden von My Linh (Gerrit und Chraste: „Der Typ von Samsung mit dem Weizenbier“), die da ganz in der Nähe wohnen. Dort gab es erstmal 2 Teller Nudeln zum Aufladen und ein bisschen Geplaudere. Gegen 22 Uhr dann wieder am Hotel gewesen, noch ein bisschen das Rad angeschaut und eingeschlafen.

Heute morgen dann schlecht geschlafen aufgewacht und sich bereit gemacht. Das Main-Taunus-Zentrum befindet sich ca. 500 m vom Hotel entfernt, so dass der Start leicht zu erreichen war. Es war noch leicht kühl heute morgen, daher die Windjacke übergezogen und pünktlich losgefahren. Ich startete aus Startblock D und hatte direkt am Anfang eine schöne Gruppe, mit der man fahren konnte. Gerade zu Beginn geht das ja ziemlich ab mit den Geschwindigkeiten, was aber durchaus zu machen war. Bis Eppstein (ca. km 25-27)! Was dort an Steigung (angeblich 19 %) zu fahren war, hab ich noch nie gesehen, selbst in Österreich nicht. Die Steigung war zwar nicht gerade lang, aber steiler als jede Parkhausauffahrt und ein Ende, wenn man nach oben hinschaute, nicht in Sicht. Also, zunächst die Gänge nacheinander heruntergeschaltet und so noch ca. 200-300 m fahren können. Ich fuhr an den ersten vorbei, die abstiegen und habe auch bei mir gemerkt, dass ich nicht mehr lange kann. Der Puls raste wie wild und allmählich wurde mir schwindelig. Also, runter vom Rad, Notfallprogramm einlegen und hochlaufen. Doch selbst das ging nicht, ich war so am Ende, dass ich mich erstmal hinsetzen musste und abgewartet habe, bis das Schwindelgefühl weg und der Puls wieder bei 130 war. In der Zeit konnte ich dann auch die Ärmel von der Windjacke entfernen und pinkeln gehen. Anschließend konnte ich wieder so einigermassen gehen, habe dann beschlossen, die letzten 300 m des Anstiegs zu Fuß hochzugehen. Wenigstens waren seitens des Veranstalters Schilder aufgestellt, die genau bezifferten, wie weit der Anstieg noch ging.

Oben angekommen, war die schöne Gruppe (und die meisten anderen) natürlich weg, und so fand ich mich so langsam erst wieder ins Rennen ein. Es folgten weitere „giftige“ Anstiege, die zwar richtig anstrengend, aber noch gut zu fahren waren. Bis km 45 sollte es mit den Anstiegen so weiter gehen. Ich habe für die ersten 50 Kilometer fast 2 Stunden gebraucht – da habe ich gemerkt, dass es mit dem Sekundärziel (< 3:00h) wohl GAR nichts mehr wird. Was aber für die ganze Ackerei entschädigt hat, waren die Abfahrten. Einfach nur Rollen lassen und auf richtig Tempo kommen, das hat wirklich Spaß gemacht.

Außerhalb der Stadt war die Strecke wirklich sehr sehenswert. Leider habe ich es trotzdem nicht geschafft, wieder an eine gute Gruppe ranzukommen. So fuhren wir mal mit 2, mal mit 5 Fahrern mehr oder weniger gemächlich mit ca. 28-30 km/h dem Ziel entgegen. Am Ziel noch mal richtig Gas gegeben und einen Schlussspurt hingelegt, und dann in 3:29h netto ins Ziel gekommen. Primärziel also erreicht – Sekundärziel leider nicht (< 3:00). War mit der Zeit aber zufrieden. Mehr war nicht drin heute – ich kann froh sein, dass ich nach dem Beinahe-Ausfall noch weiterfahren konnte. Was mich allerdings doch noch ein wenig enttäuschte, war der Umstand, dass ich wohl mit der zeit ziemlich am Ende der Wertung stehe – schliesslich kochen alle nur mit Wasser (die meisten jedenfalls :-) ) Aber naja, die Erfahrung war schon richtig gut heute.

Fazit: Sehr anspruchsvolle Strecke – aber ich würde es jederzeit wieder machen.

Hier die Eckdaten:

Tageskm: 100,68
Fahrzeit: 3:29
Durchschnitt: 28,69, Max 72,23 km/h
Tageshöhe: 1.129 m
Durchschnittspuls: 154, Max 182

Und hier noch einige schöne Impressionen, die My Linh (Dankeschön!) für uns eingefangen hat:

3 Antworten zu „Rund um den Henninger Turm, Frankfurt, 01.05.2008“

  1. chrispee sagt:

    wenn ich deinen bericht so lese, bin ich froh das wir nicht mitgefahren sind ! aber dabei sein ist ja bekanntlich alles !

  2. erwin sagt:

    schade das Frankfurt soweit weg ist von uns ca.300km sonst würde ich nächstes Jahr dort einmal mitfahren. Ein sehr schöner Bericht.

  3. gerrit1978 sagt:

    RESPEkT!!!! Geiles Story

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