Cologne226 half Mitteldistanz, 06.09.2009

Hallo Freunde,

hier nun mein Bericht vom Saisonhöhepunkt des Jahres 2009: dem Triathlon auf der Mitteldistanz in Köln, genau genommen etwas anders verteilt, nämlich 2,5 km Schwimmen, 85 km Rad und 22 km Laufen in unmittelbarer Reihenfolge. Im Vorfeld hatte ich mir dafür ca. 6 Stunden Zeit eingeplant, wenn man so eine Distanz jedoch noch nie absolviert hat, ist es schwer, das eigene Leistungsvermögen einzuschätzen.

My Linh und ich sind schon einen Tag vorher angereist, um Holgers Angebot der Übernachtung in seiner Wohnung dankend anzunehmen. Er selbst ist auch als Einzelzeitfahrer in der Staffel gestartet. An dem besagten Samstag haben wir uns dann schon auf zum Fühlinger See gemacht, um unsere Bikes einzuchecken und schon einmal den Startort auszukundschaften.

Später noch zu einem lokalen Italiener und die Speicher ein letztes Mal aufgefüllt, wenn nicht sogar überfüllt. Den Restabend haben wir ruhig ausklingen lassen.
Am Sonntagmorgen nach einem ausgiebigen Frühstück dann mit der U-Bahn zum Shuttle-Bus, der uns direkt zum Start brachte. Dort war jetzt im Gegensatz zu gestern schon richtig was los, die Aufregung lag förmlich in der Luft. Trotzdem ging es bei mir eigentlich, ich wollte einfach nur noch starten. Hatte ziemlich lange auf diesen Tag hingearbeitet und für meine Verhältnisse wirklich viel trainiert.

Dann war die Zeit auch schon um und es ging zum Schwimmstart. Das Schöne an der Schwimmstrecke war, dass es einfach nur 1,3 km hin und 1,2 km zurück ging, es lagen Bojen im Wasser und da es eine Regattastrecke ist, gab es sowas wie Bahnen, an denen man sich orientieren konnte. Dieses Mal habe ich mich ziemlich weit vorn am Schwimmstart postiert, auch auf die Gefahr hin, dass ich überschwommen werden sollte. Nach dem Startschuss ging es dann auch schon los – Haue von allen Seiten – doch nach ca. 2-3 Minuten war es vorbei und ich konnte wirklich genau so schwimmen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wollte das Schwimmen eher ruhig angehen und hatte mir dafür auch eine Stunde eingeplant, umso zufriedener war ich, als ich nach 0:51h aus dem Wasser kam. War doch sehr überrascht, weil ich mich jetzt extra nicht übermäßig angestrengt habe. Natürlich noch ein wenig wackelig auf den Beinen machte ich mich auf zum Wechselplatz, um erst einmal in Ruhe etwas zu trinken und das erste Gel aufzunehmen. So entspannt kam ich wohl noch nie aus einer Wechselzone.

Auf ein paar Minuten kam es mir beim ersten Start sowieso nicht an, es ging mehr um das reine Durchkommen. Trotzdem war ich von der Schwimmzeit angestachelt, so dass ich auf dem Rad dann die erste Zeit richtig gut Gas gegeben habe. Die Radstrecke war so weit in Ordnung, der Asphalt manchmal ein wenig holperig, aber im Großen und Ganzen wirklich gut. Gerade der Innenstadtbereich samt Deutzer Brücke war schon schön zu fahren, und auch die verschiedenen Tunnel haben Abwechslung in den Radsplit gebracht. Bei km 55 ungefähr ist mir dann leider der Sattel nach hinten gerutscht, so dass ich in einem anderen Sitzwinkel getreten habe. Das hat sich sofort in den Beinen bemerkbar gemacht, so dass (auch wegen der Vorermüdung) ich ab da etwas langsamer unterwegs war. Die letzten 2 km habe ich noch richtig Tempo rausgenommen und mich auf das Laufen vorbereitet. Da ich nicht wusste, wie stark der nachfolgende Halbmarathon an die Substanz geht, wollte ich um jeden Preis ein Überziehen auf dem Rad vermeiden. Insgesamt war auf der Radstrecke doch sehr viel los, so dass es gerade bei den Gefahrenpunkten recht eng wurde.

Der zweite Wechsel war dann auch in der Kölner Innenstadt, mir wurde das Fahrrad abgenommen und konnte meinen Startbeutel mit den Laufsachen aufnehmen. Die Wechselzone war aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ziemlich lang, jedoch sehr übersichtlich. Also Blasenpflaster angelegt, Socken und Schuhe an und ab auf die Laufstrecke :-) – diese führte direkt am Rheinufer entlang, zwei Runden á 10,5 km. Die ersten 10 km vergingen wie im Flug und haben mir auch keine Probleme bereitet. Den Wechsel hatte ich sehr gut verkraftet. Doch ab diesem Punkt ging es wirklich ans Eingemachte: Plötzlich traten immer wieder Magenschmerzen verbunden mit einem ständigen Aufstoßen auf. Irgendwas an der Verpflegung habe ich wohl nicht vertragen. Habe aufgrund dessen und aufgrund steigender Müdigkeit in den Beinen das Tempo ein wenig rausgenommen und es etwas langsamer angehen lassen. Zu der Zeit waren auf der Laufstrecke schon sehr viele Athleten am Gehen bzw. Gehpausen machen, doch das musste ich unbedingt vermeiden. Ich wusste, wenn ich Gehpausen einlege, ist es vorbei. Also habe ich mich weiter motiviert zu Laufen und ab km 18 der Laufstrecke ging es dann auch wieder.

Das Ganze hat sich ganz schön hingezogen und Lust hatte ich zu dem Zeitpunkt auch keine große mehr :-) – da war mir das Radfahren deutlich lieber… Mit jedem Meter, den ich näher zum Ziel kam, realisierte ich jedoch, dass es nicht mehr lange dauern kann – ich habe wirklich laufend die Minuten ausgerechnet, die ich noch laufen muss und mir dann gesagt: „Es sind nur noch 15 Minuten, es sind nur noch 10 Minuten usw..“ Das hat mir echt geholfen.

Voller Freude über die erste absolvierte Mitteldistanz erreichte ich dann nach 5:33:59 das Ziel. Für meine Verhältnisse ein Top-Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin.

Hier noch mal die Einzelsplits:
Swim: 0:51:03
T1: 0:04:05
Rad: 2:34:37
T2: 0:04:08
Lauf: 2:00:08

Holgers Staffelzeit:
Rad: 2:35:20

Und hier noch ein paar Fotos, die My Linh geschossen hat. Danke an dieser Stelle für die beiden Tage der Unterstützung. Das ist schon eine Menge wert.

Eine Antwort zu „Cologne226 half Mitteldistanz, 06.09.2009“

  1. Holger sagt:

    Hallo Andy,
    erstmal einen herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis. Bin sehr beeindruckt von deiner Leistung. Mir hat der Event auch super gefallen und ich kann euch „Sportverrücktn“ jetzt auch endlich verstehen. Da es ja mein erster Wettkampf war bin ich nun auch angefixt (Caro wird sich freuen, du weißt wovon ich spreche ;-) ). An meinem Ergebnis gibt es ja mitunter noch einiges zu optimieren. Allerding hab ich meine eigenen Erwartungen mit einem Schnitt von über 33km/h schon übertroffen. Da haben einige Athleten echt komisch geguckt, als ich mit der knatschenden Tretkurbel zum Überholen angesetzt habe :-) . Egal, auf jeden Fall werde ich mir in naher Zukunft auch so ein Rad zulegen um im nächsten Jahr richtig angreifen zu können. D.h., bis zum nächsten Cologne226 wird ne Menge Luft geschnitten!
    Grüße ans gesamte Team,
    Holger.

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