Hallo Freunde,
am Tag der Deutschen Einheit steht seit 2006 der Münsterland Giro auf dem Plan. Daniels vierte und meine dritte Teilnahme an dem Heimatrennen sollte an diese Tag über die kürzeste aller Strecken, der 77 km – Runde stattfinden.
Am Vortag machten wir uns also auf, um unsere Startunterlagen von der Halle Münsterland abzuholen – schon auf dem Hinweg verhieß das Wetter der kommenden Tage nichts gutes – bei leichtem Regen und einem leicht herben Wind machten wir uns schon gewisse Sorgen, wie der folgende Tag wohl aussehen und -gehen könnte. Aber, bis jetzt haben wir trotz widriger Umstände am Renntag immer Glück gehabt, und so sollte es auch an diesem Wochenende wieder einmal passen.
Die Strecke ging dieses Mal durch den Kreis Warendorf, mit Stationen in Ost- und Westbevern, Everswinkel usw., war zum größten Teil flach und sehr gut ausgebaut. Hin- und wieder mal einige sehr enge Kurven, dies lässt sich jedoch wohl nicht vermeiden – und ein wenig Reiz sollte bei mangelnden Steigungen auch noch vorhanden sein. Schön und für mich irgendwie ungewohnt war, dass auch die Fahrbahngegenseite komplett für den Verkehr gesperrt war. Hatte mich aus den Erfahrungen der Triathlons her wohl auf nur eine befahrbare Seite und eine engere Strecke eingestellt.
Trafen wir uns um halb 11 zum Start und machten uns nach Überlegungen, was wohl am besten bei diesem Wetter anzuziehen sei, auf in unsere jeweiligen Startblöcke. Ab da ging es auch recht schnell: Nach ein wenig Vorgeplänkel des Moderators fiel der Startschuss und die Horde machte sich auf, um in das Rennen zu starten. Für mein Empfinden war der Start völlig überzogen – auf dem Tacho standen die ersten Minuten immer nur Werte zwischen 40 und 48 km/h. Ich hatte wohl erwartet, dass im Startblock A und B es richtig abgeht, aber so richtig gespürt habe ich es erst zu diesem Zeitpunkt. Trotzdem wollte ich mich in diesem Rennen auf keinen Fall durchreichen lassen und habe es daher immer so lange wie möglich versucht, in einer Gruppe zu bleiben. Das Fahren auf der Strecke war wirklich sehr, sehr unruhig, immer beide Hände am Bremshebel – und ich weiss nicht mehr, wie oft ich aus heiterem Himmel heraus bremsen musste. Die ersten Stürze ließen auch nicht sehr lange auf sich warten – den berühmten Verletzten in der Folie habe ich wie viele andere Starter auch gesehen.
Ein wenig tricky waren für mich die engen Kurven: einmal nicht aufgepasst, verlor ich nach dem zu späten Herausbeschleunigen meine Gruppe und konnte nicht mehr aufschliessen – hinter uns war auch niemand zu sehen – so schlossen wir uns mit zunächst dreien, dann 5 Fahrern zusammen, um in einer kleinen Gruppe wieder heranzufahren. Da kam richtiger Teamgeist auf: Alle haben beim Abwechseln mitgemacht, so dass wir nach ca. 4-5 km wieder an unser letztes Feld herankamen und aufschließen konnten. Solche Aktionen sind jedoch wirklich sehr kräftezehrend und waren gerade bei dem Wind, der herrschte, sehr anstrengend.
Von den Zuschauern habe ich ausser den Mädels im Pool
am Streckenrand nicht viel mitbekommen, was eigentlich schade ist. Es war so wie eine Art Tunnelblick, bedingt durch die starke Konzentration auf den jeweiligen Vordermann. In den vorherigen Radrennen hatte ich noch nicht diesen starken Eindruck der Fokussierung, es mag wahrscheinlich an der Unruhe im Feld und an der hohen Geschwindigkeit gelegen haben.
Bei km 60 ca. habe ich mich gefragt, ob jetzt noch Fahrer von hinten kommen oder wann das Feld beginnt, aufgrund von Tempoverschärfungen auseinanderzugehen. Doch nichts passierte – es war schon teilweise gemütlich geworden – einmal in den Tritt gefunden, war es relativ leicht, gleichmäßig zu fahren. Selbst bei km 74 war noch nichts von einem erhöhten Tempo zu spüren, was mich wirklich wunderte. Ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt und mir ging es auch noch relativ gut, so dass ich dann mit 2 anderen Fahrern nach Absprache ausscherte und wir unser Glück mit angezogenem Tempo versuchten. Dies hat auch glücklicherweise bis ins Ziel geklappt, so dass wir sehr zufrieden einfuhren. Wahrscheinlich wären es auch nur einige Sekunden mehr gewesen, wenn wir in dem Feld geblieben wären, aber es ist Racing und beim Racing versucht man eben, so schnell es eben geht ins Ziel zu kommen
Und das Beste war: Es hat nicht einen Tropfen geregnet, trotz anderslautender Vorhersagen. Auf Münsters Wetter ist bislang immer Verlass.
Hier die Zeiten:
Daniel: 2:22:44 - 697 v. 1100 (Männer gesamt)
Andy: 2:08:45 - 255 v. 1100 (Männer gesamt)
Fazit: Ein schönes, etwas kurzweiliges Rennen mit einem schönen Ergebnis. Die Organisation war in diesem Jahr deutlich besser. Es gab weder Wartezeiten bei der Abholung der Startunterlagen noch bei der Rückgabe des Chips noch bei der Ausgabe der Pasta… Oder lag es vielleicht nur daran, dass ich dieses Jahr früher da war!?
Fazit II: Mir ist heute zum ersten Mal klargeworden, wie unterschiedlich ein Radrennen an sich mit einem Radsplit beim Triathlon ist. Die Strecke, das Fahren im Pulk, Teamarbeit usw. – ist doch schon was anderes. In den Radrennen vorher war mir das nie so bewusst.
Fotos vom Giro und ein interessanter Artikel
beim Stadtmagazin Echo Münster
und auf Helmuts Fahrradseiten
Das war es dann mit der Triathlon- und Radsaison: Blumensaatlauf 2009 – wir kommen
Oktober 8, 2009 um 10:59 |
Glückwunsch zu den sturzfreien Platzierungen. Stimmt, mitunter wurde im Wind gebummelt, aber wer wills uns verdenken – zu gewinnen gibts ja nichts und zuschanden fahren will sich ja auch keiner.
Ich habe dieses Jahr für mich ein Patentrezept gefunden, um die Rennen geniessen zu können: Tacho vorher abschrauben und nach Gefühl mitfahren. Das mache ich ab sofort immer. Fahre ja seit 06 in Münster mit, aber in diesem Jahr hats am meisten gebockt. Ich denke wir sehen uns dann erst wieder beim Silvesterlauf, was?
Oktober 8, 2009 um 6:39 |
die teilnahme, die für mich am schönsten war, war 2007. da hat wirklich alles gepasst, obwohl es mein erstes radrennen überhaupt war. in diesem jahr war es aber auf jeden fall besser als 2008
das mit dem tacho ist gar nicht mal so eine schlechte idee – aber irgendwie bin ich so ein graf zahl, der immer irgendwelche werte überwachen muss – weiss nicht, ob ich das machen würde..
ps.: hab noch einen kommentar bei euch gepostet – wirste sicher sehen.