Hallo Freunde,
nach 2008 sind wir in diesem Jahr mal wieder in Essen am Baldeneysee zum August-Blumensaat-Gedächtnislauf gestartet. Wir, das heisst Marcel und ich – Marcel, der noch eine Rechnung mit der Distanz offen hatte, und ich, der einfach mal gucken wollte, was möglich ist nach dem trainingstechnisch sehr lauen Jahr. Die Wochen vorher zwar regelmässig, aber doch noch recht wenig unterwegs unterwegs gewesen und im Hinterkopf läuft noch der Trainingsplan für den Silvesterlauf in Münster. So war dieser Lauf zwar außer der Reihe, jedoch prima, um einfach mal zu schauen, wie der aktuelle Trainingsstand ist, auch wenn man sich mal nicht speziell auf so einen Wettkampf vorbereitet. Marcel, der wie gesagt, noch eine Rechnung nach 2008 in Hamm auf der Laufserie offen hatte – damals ist es nicht optimal gelaufen und er hat sich so gerade ins Ziel gequält – sollte es in diesem Jahr weitaus besser klappen.
Also haben wir uns morgens zeitig getroffen, um dort noch ein wenig Puffer zu haben und uns nicht abhetzen zu müssen. Es war mit ca. -3 Grad doch sehr kalt an diesem Wochenende, da kann es immer zu unvorhergesehenen Ereignissen kommen. Glücklicherweise hat es weder geschneit oder ähnliches, so dass es nur noch um die richtige Kleidungswahl ging. Lange Sachen sollten es dann schon sein, jedoch habe ich mich dazu entschieden, nur eine “Schicht” aufzutragen, was sich nachher als gute Wahl gezeigt hat. Normalerweise ziehe ich mich immer etwas zu warm an. So war mir am Start zwar wirklich sehr kalt, doch habe ich den ganzen Wettkampf über nichts von der Kälte gespürt – auch deshalb, weil es vergleichsweise windstill war an dem Tag. Also, angekommen, Startunterlagen abgeholt und vorbereitet, was ohne große Probleme vonstatten ging. Am Start standen wir dieses Mal fast am Ende der langen Schlange.
In Essen am Baldeneysee zu laufen ist wirklich ganz angenehm: Es handelt sich dabei um eine gute 5 km lange Pendelstrecke, die auf und ab gelaufen wird – also 2 mal hin und 2 mal zurück für unsere Distanz. Das macht das ganze Vorhaben plan- und berechenbarer. Keine Steigungen und die meiste Zeit ein angenehmer Ausblick auf den See – hier macht das Laufen Spass. Bemerkenswert war, dass ich es nach dem Start vergleichsweise langsam habe angehen lassen. Sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass wir so weit hinten standen und man sich nicht mitziehen lässt, andererseits auch wegen der höchsten Vorsicht, auf keinen Fall zu überziehen. So lief es die ersten Kilometer sehr flüssig und vor allem gleichmässig. Fast pünktlich auf die Sekunde erscheinten die Kilometerschilder.
Während des Rennens musste ich einmal austreten, was glücklicherweise sehr gut möglich war. Ich hatte mich die ganze Zeit gewundert, wo der Marcel sich herumtreibt, wähnte ich ihn doch seit Beginn des Rennens hinter mir. Bis ich ihn dann bei km 11 ca. 200 m vor mir sah – später sagte er mir, dass er die ganze Zeit kurz hinter mir war und an mir vorbeizog, als ich austreten musste. Von km 11 bis km 15 habe ich mich ganz langsam an ihn herangearbeitet und dann kurz mit ihm gesprochen. Er machte einen sehr guten Eindruck und hatte zu dem Zeitpunkt gerade vor, noch etwas zu beschleunigen. Für mich gab es da jedoch keine Möglichkeit mehr – ich musste meine bisheriges Tempo weiterlaufen, für Verschärfungen war keine Luft mehr. Also zog er langsam, aber stetig von dannen
Für mich waren die letzten 3 km wirklich anstrengend, da merkt man auch mal wieder, dass ein Training sich wirklich auszahlt und es nicht damit getan ist, einfach seine Form zu passivieren – es ist wirklich notwendig, ständig aktiv daran zu arbeiten. Um das Schafffen der Distanz habe ich mir die ganze Zeit keine Sorgen gemacht, ich war mir jedoch nicht sicher, ob es zu einem Einbruch kommen würde. So war ich dann doch recht froh, im Ziel zu sein, und dieses “Experiment” dann abgeschlossen zu haben. Die nächsten Läufe werden garantiert nicht mehr ohne Vorbereitung oder geeignetem Trainingsstand absolviert. Kompliment an dieser Stelle an Marcel, der auch nach dem Lauf noch einen sehr fitten Eindruck gemacht hat.
Hier unsere Zeiten:
Marcel: 1:52:47 1. Teil: 28:18 – 2. Teil: 28:57 - 3. Teil: 28:25 – 4. Teil: 27:05 – 5:21 Min/km
Andy: 1:54:13 1. Teil: 28:20 – 2. Teil: 29:15 – 3. Teil: 28:12 – 4. Teil 28:24 – 5:25 Min/km
Essen: Gerne wieder!
P.S.: Fotos von uns, die die Leichtigkeit des Laufs ausdrücken, sind unter Firstfotofactory unter der betreffenden Veranstaltung zu finden
Startnr.: 1189 und 1247